REZI Zillo, 04/2007

IN MITRA MEDUSA INR I
Kalte Farben
(Apollyon/Alive)

In der Tradition von 80er Jahre Wave- und Gothic-Ikonen à la Bauhaus, Joy Division oder The Sisters Of Mercy bewegen sich In Mitra Medusa Inri auch auf ihrem neuen Album "Kalte Farben", das die Band selbst als Neuanfang bezeichnet. Programmierte Drums, allerlei Elektronik und dezente Gitarren führen zusammen mit der tiefen, sonoren Stimme von Sänger Holger durch elf melancholische Songs, darunter auch eine Coverversion von "Sag Mir, Wo Die Blumen Sind", die qualitativ etwas abfällt, was aber verständlich ist, da sie schon 1998 aufgenommen wurde. Nach einer Weile offenbaren fast alle Nummern Ohrwurmcharakter, wobei sich "Nimm Die Lügen Von Mir" und "Keine Fragen" am ehesten als potentielle Hits heraus kristallisieren. Der Härtegrad hat insgesamt etwas zugenommen im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen, nichtsdestotrotz gehören die Mönchengladbacher nach wie vor zu den gemäßigteren Bands der Gothic-Rock-Szene, was sich auch in den vielen ruhigen Momenten äußert, die dem Album einen angenehmen Stimmungsverlauf verleihen. Ob es mit dieser Platte endlich zu einer größeren Bekanntheit reichen wird, muss jedoch bezweifelt werden, da In Mitra Medusa Inri komplett am Zeitgeist vorbei musizieren, aber andererseits macht diese Eigensinnigkeit die Band irgendwie auch sympathisch.

Blach

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