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IN
MITRA MEDUSA INR I
Eine Symbiose der Gegensätze
"Uns gibt es bereits zehn Jahre,
und dann und wann stellt man sich die Frage, wie es weitergehen
soll." (Holger Wagner)
Zwei Jahre sind verflossen, seit
uns In Mitra Medusa Inri mit Without A View Of Things
in die Dunkelheit des eigenen Seins begleiteten. Leiden
scheint für die "IMMIs" Michael Gronau und Holger
Wagner eine Art Passion geworden zu sein. So verbrachten
die beiden die Zwischenzeit damit, den Frischling Kalte
Farben mit hausgemachter Schwermut zu füllen.
"Das Leben ist nicht schlecht",
relativiert Micha. "Schließlich gibt es in der Form
nur ein Leben auf diesem Planeten. Eine chronische Melancholie
zieht sich nicht allein durch dieses Album wie ein roter
Faden, sondern durch sämtliche unserer sechs CDs.
Wir machen Musik aus dem Bauch heraus, und das ist das
Resultat. Unsere Weise, die schlechten Zeiten zu verarbeiten.
Wir denken, dass jeder Mensch eine gewisse Melancholie
in sich trägt. Bei dem einen ist sie mehr, bei dem
anderen weniger vorhanden. Dennoch geben die Texte und
die Musik Hoffnung. Es geht gewissermaßen immer
wieder die Sonne auf. Bei der Auseinandersetzung mit den
Lyrics wird dies sehr ersichtlich. Ja, die Texte sind
in gewisser Form autobiographisch und spiegeln das Erlebte
wider. Ist es doch besser, so ein Ventil für sich
zu finden, als in anderen, viel schlimmeren Sachen. Blättere
bloß mal die Zeitung auf. Du wirst wissen, was wir
damit meinen und aussagen wollen." Sänger Holger ergänzt:
"Wir verarbeiten mit unserer Musik die unschönen
Aspekte des Lebens. Und beim genauen Hinhören wird
man merken, es sind zum großen Teil Liebeslieder.
Wenn auch in einer etwas anderen Form textlich dargebracht.
Diese Dinge geben uns am meisten Material für unsere
Texte und auch Musik. Wir machen nur das, was wir am besten
können - In Mitra Medusa Inri sein!"
Einiges zeigt sich auf Kalte Farben
gewandelt. Die Anzahl der Stücke mit deutschen Texten
ist frappierend gestiegen. Straft sich Micha da nicht
selbst Lügen? Schließlich hatte er früher
verlauten lassen, die englische Sprache sei oft wesentlich
lyrischer. "Das war ein sehr interessanter Prozess, der
da stattfand. Als wir die Texte fertig hatten, wurde uns
schlagartig bewusst, dass genau die vier Songs mit den
deutschen Lyrics so sein sollten. Nennt man es Schicksal
oder Zufall. Denn sie klingen nicht platt, haben eine
gewisse Tiefe und Interpretationsbasis. Von Freunden wurde
uns sogar bestätigt, dass uns Deutsch wirklich gut
steht und man spürt, dass wir in der Sprache zu Hause
sind. Das ist doch wahrhaftig ein schönes Kompliment."
Trotz der enormen Vorschusslorbeeren
verlief die Kreativphase für die Mönchengladbacher
aber nicht einfacher. Holger erklärt, warum: "Kalte
Farben ist eines der schwierigsten Werke unserer Bandgeschichte.
Weil a) wir privat unheimlich viele schwierige Dinge zu
bewältigen hatten, und b) auch Überlegungen
anstanden, wie es wohl mit In Mitra Medusa Inri weitergehen
wird. Wir haben zwei Jahre an den Songs gefeilt und immer
wieder etliches verändert. Ich hoffe, das hört
man auch, dass wir uns entwickelt haben. Uns gibt es bereits
zehn Jahre, und dann und wann stellt man sich die Frage,
wie es weitergehen soll. Wohin wird uns dieser Weg führen?
Sei es musikalisch oder privat. Dieser Veränderungsprozess
zeichnet das aktuelle Album von In Mitra Medusa Inri aus.
Anhand des letzten Titels Say Goodbye haben wir unter
anderem versucht, den Kampf, der in uns stattfindet, musikalisch
festzuhalten. Sagt Auf Wiedersehen und beginnt ein neues
Leben im Hier und Jetzt. Lasst alte Schatten hinter euch
verschwinden, geht den Weg des Unbekannten. Die Geister
werden euch hoffentlich nicht einholen. Dennoch heißt
es nicht vergessen - wir versuchen, eine Symbiose der
Gegensätze zu schaffen."
Wer nun neugierig geworden ist
und die Künstler eventuell sogar einmal persönlich
treffen will, dem sei Kalte Farben umso mehr ans Herz
gelegt. Denn wer das der Scheibe beigefügte Kreuzworträtsel
löst, kann In Mitra Medusa Inri für ein paar
Stunden gewinnen: "Wir werden für den/die Gewinner/in
privat kochen und versuchen, einen möglichst netten
Abend zu gestalten", freut sich Micha.
www.inmitramedusainri.com
Oliver Herwich
Discographie (Alben):
Long Forgotten World (1996)
Commedia Del Arte (1998)
Dreams (2002)
Darkness Between Us (2003)
Without A View Of Things (2005)
Kalte Farben (2007)
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