|
Da
das Konzert am 13.03.05 im Römer entfallen muss,
haben wir das Interview per Mail geführt.
SB:
Wie nimmt Euer Umfeld Eure musikalische Tätigkeit
auf? Wie haben Eure Familien auf diese Art der Musik reagiert?
IMMI: Zu Beginn unseres
künstl. Schaffens haben unsere Eltern eher negativ
reagiert. Sie waren nicht besonders erfreut. Gerade der
finanz. Aspekt machte ihnen Sorgen. Sie haben nie nachvollziehen
können warum wir soviel Zeit und Geld in "so
eine Sache" investieren. Das Bild hat sich aber inzwischen
gewandelt. Sie haben halt irgendwann begriffen das wir
es ernst meinen und dass nicht nur, weil wir nichts anderes
zu tun haben, machen. Man könnte auch sagen, dass
sie stolz darauf sind, wenn sie mitbekommen, was alles
passiert. Im Umfeld war die Reaktion ähnlich. Ich
muss aber sagen: mit meinen engsten Freunden rede ich
gar nicht soviel über Musik. Da sind andere Themen
relevant.
SB: Wie trefft Ihr die thematische
Auswahl Eurer Lyrics?
IMMI: Oft ist es so, dass
gedanklich ein gewisser Kontext vorliegt, eine bestimmte
Marschrichtung. Diese Gedanken gilt es dann auf Papier
zu bringen. Beim neuen Album „Without a view of things“
war das Thema Liebe das Bestimmende. Meistens ist es dann
folgendermaßen, dass sich aus diesem Grundthema
die verschiedensten Unterpunkte, ja so könnte man
es bezeichnen, ergeben. Und natürlich ist die thematische
Auswahl der Lyrics stark abhängig von den Songs.
Da legen wir sehr viel Wert auf das Zusammenwirken von
Text und Musik.
SB: Euer Name ist bisher
noch nicht der "breiten Öffentlichkeit" bekannt.
Worauf führt Ihr das zurück?
IMMI: Ja, das verstehen
wir auch nicht. ;-) Wir arbeiten aber täglich daran
das zu ändern. Wir sind z.B. auf dem diesjährigen
MERA LUNA dabei. Es ist oft so, wenn wir uns mit Menschen
unterhalten, dass sie den Namen IN MITRA MEDUSA INRI schon
mal gehört haben. Aber nicht wissen, was dahinter
steckt. Ein wirklich schönes Beispiel: Wir spielten
im Nov. 04 in Hamburg. Das ICH waren dort auch am Start.
Vorm Gig fragte mich Bruno Kramm noch, "Eey Jungs
was macht ihr für Musik?" Er war total überrascht
als er uns gehört hatte. Denn er war von Mittelalter
Musik oder Folk ausgegangen. Das ist aber auch unser Ansatz.
Mit den Gegensätzen spielen und die Menschen überraschen.
So erging uns das viele viele Male. Ich glaube, es ist
nur eine Frage der Zeit bis es sich herumgesprochen hat,
wer wir sind. Ein anderes Problem ist auch, das wir musikalisch
absolut unser eigenes Ding machen. Also keine EBM o.ä.
und dementsprechend die Zuordnung für die Hörerschaft
nicht immer einfach ist. Aber warum sollten wir uns anpassen?
SB: Ihr habt pro Jahr nur
wenige Live-Auftritte. Woran liegt das?
IMMI: Da wir beide noch
mit viele anderen Dingen beschäftigt sind, spielen
wir nur ausgesuchte Gigs. Es ist zudem auch schwerer geworden
für Bands auf unserem Level Gigs zu bekommen. Die
Veranstalter gehen auf Nummer sicher und buchen die großen
und bekannten Bands, die auf jeden Fall Leute ziehen und
die Produktionskosten decken. Wie so oft spielt auch hier
das liebe liebe Geld eine große Rolle. Zudem hat
sich auch das Verhalten des Publikums verändert.
Es werden halt lieber größerer Bands angesehen
als die kleinen.
SB: Ihr habt bisher 5 CDs
veröffentlicht, von 1996 bis 2003. Was hat sich,
aus Eurer Sicht, in dieser Zeit an den Bedingungen geändert?
IMMI: Die Bedingungen sind
wie in so vielen anderen Lebensbereichen auch hier wesentlich
härter geworden. Man muss sehr zäh sein, um
nicht aufzugeben. Die Vö-Bedingungen, die Live- Bedingungen
[wo kannst du spielen etc.] alles das hat sich sehr verändert.
Natürlich hat sich auch der Musikgeschmack der HörerIn
gewandelt. Gehe in Clubs und schon geht das BUMM BUMM
Ding los. Selten hört man Gitarren, was sehr schade
ist. Denn es gibt viele gute Gitarren-Bands. Mein Favorit
ist zur Zeit z.B. NUUk aus der Schweiz. Die spielen super
Musik.
SB: Wie ist Eure Zusammenarbeit
mit Eurem Label Apollyon?
IMMI: Die Zusammenarbeit
läuft gut. Konzepte werden besprochen und es wird
versucht, das bestmögliche für die Band zu machen.
SB: Wie findet Ihr die
momentane Geschäftspolitik der Majors?
IMMI: Ich bin da gar nicht
so auf dem Laufenden. Aber die setzen und gehen wahrscheinlich
auch auf Nummer sicher. Hatte nur mitbekommen, dass die
viele Künstler auf die Straße gesetzt haben.
SB: Was haltet Ihr vom
Kauf von MP3s im Internet?
IMMI: Ist doch generell
eine gute Sache. Ich denke, dass wir uns damit abfinden
müssen, das Dinge sich verändern. Ich finde
es allerdings sehr schade, dass der Wert [Stellenwert]
eines Tonträgers verloren gegangen ist. Zu LP-Zeiten
war die Bedeutung noch viel größer. Jetzt hat
man halt nen kleinen runden Silberling in der Hand, der
längst nicht mehr den Stellenwert einnimmt. Ich kann
nur für mich sagen dass ich, wenn ich eine Band gut
finde, mir definitiv die CD davon besorge. Denn es ist
noch immer etwas anderes, allein schon oft wegen des Booklets.
Ich glaube die Hörer vergessen oft, dass der Künstler
von seiner Musik lebt. Und je mehr gebrannt wird usw.
desto weniger geht dem Künstler zu. Das wirkt sich
natürlich auch auf viele damit im Zusammenhang stehende
Dinge aus: Produktion der nächsten CD, Kosten für
Gigs usw...
SB: SchwarzesBremen.de dankt
Euch für dieses Interview.
IMMI: Gern geschehen. Wir
freuen uns – auch – in hoffentlich gar nicht mal so langer
Zeit – mal wieder in Bremen spielen zu dürfen/können.
Wir bedanken uns bei Euch!!!!
www.schwarzesbremen.de
|