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Mit ihrem
neuen Album "Darkness Between Us" haben In Mitra Medusa
Inri alias Holger Meyer und Michael Gronau ihr bisheriges
Meisterwerk geschaffen. Der Albumtitel bezieht sich zum
Glück nicht auf die beiden Musiker, sondern ist sozialkritisch
gemeint.
Und das scheint dann auch der
Motor für Verzweiflung, Wut, Sehnsucht und Trauer zu sein.
Emotionen, denen die beiden auf ihrer neuen Scheibe mehr
als bisher Ausdruck verleihen und sie damit zu einem ganz
besonderen Gesamtkunstwerk machen. Passend dazu dann auch
die düsteren Einleitungsklänge mit Samples aus dem Film
"Planet der Affen".
"Eigentlich wasres uns immer ein
Gräuel, ein Sample am Anfang eines Liedes einzusetzen",
sagt Michael. " Doch in diesem Fall paßt das so gut und
bringt die Stimmung, die wir erzeugen möchten, rüber,
das wir hier gar nicht anders konnten, als uns dafür zu
entscheiden."
Wo kommt der vermehrt sozialkritische
Touch her? Gibt es dafür so etwas wie eine "Initialzündung",
möchte ich von den beiden wissen. "Eine Initialzündung
gibt es nicht!", sagt Michael. "Es gibt einfach so viel
Schlechtes, was um uns herum geschieht, dass die Einflußnahme
sich extrem in unseren Lyrics widerspiegelt. Die Gedanken,
die in unseren Köpfen sind, befassen sich nicht nur mit
unserem eigenen Erlebten - Verlust, Tod, Trauer-, sondern
auch verstärkt mit dem Erleben anderer Menschen auf dieser
Welt. Der Gedanke, dass die Menschheit dabei ist, sich
ihre Existenz zu nehmen, macht nachdenklich. Wir stellen
seit Erscheinen des letzten Albums fest, dass uns das
nicht kalt lässt und wir uns glücklich schätzen, die Musik
als unser Ventil benutzen zu können.
"Schau dir die Nachrichten an",
ergänzt Holger. " Es gibt so viele negative Dinge, die
unser Leben zwangsläufig bestimmen. Das beeinflußt eine
Menschen. Es ist aber nicht so, das wir generell alles
nur negativ sehen, doch die realistische Auseinandersetzung
mit dem Krieg usw. lässt uns nicht kalt. So reifte immer
mehr die Idee, ein Konzeptalbum zu erschaffen, das die
"Darkness Between Us", die Dunkelheit zwischen uns Menschen
thematisiert. Diese Dunkelheit scheint getragen von einer
immer größer werdenden Welle."
Dies zu thematisieren und in allen
Facetten anschaulich und begreiflich zu machen, haben
die beiden sich viele Gedanken gemacht, aber auch zahlreiche
Detailarbeiten an ihren Songs vorgenommen. Der Albumopener
und Titelsong endet zum Beispiel mit dem Satz "There is
darkness between us". Der letzte Song "If I could loose
myself in the color" hat dann als letzten Satz " The deepness
says nothing"!
In Mitra Medusa Inri entlassen
den Hörer in der Hoffnung, ihn innerlich berührt zu haben.
"Wichtig ist uns, so Holger, " dass der Hörer sich in
unseren Texten und der Musik wiederfindet. Wir hoffen,
jedem einzelnen einen kleinen Anstoß zum Nachdenken zu
geben.
Bei aller Homogenität, was das
Thema des Albums angeht, gibt es doch einige Abweichungen
vom " Joy Division meets New Order meets The Cure", wie
die Band sich selber ausdrückt,was zu Gegensätzen zwischen
synthpop-lastigen Songs wie "Sometimes" und purem, schönen
Darkwave wie etwa im Titelsong führt, die mir nicht einleuchten
wollen. Sehen In Mitra Medusa Inri das als ihr Markenzeichen?
Oder wissen die beiden noch nicht so recht wo sie eigentlich
hin wollen? Was sagt ihr Label dazu, was ihre Fans?
"Warum muss man sich einschränken?"
schießt Michael zurück. "Gegensätze ziehen sich an. Für
uns vereinen sie sich auf dem Album zu einen einheitlichen
Ganzen. Die Musik transportiert den Text, und zu manchen
Songs passen halt andere musikalische Elemente besser.
Wir würden das inzwischen schon als eine Art Stilmittel
bezeichnen. Auf dem letzen Album waren die Songs ebenfalls
sehr gemischt. Schon auf unserem ersten Album ("Long Forgotten
World") gab es einen Song der rein elektronisch war. Unser
Label ist teilweise überrascht von dem, was wir so treiben.
Von unseren Fans haben wir bisher nur Positives gehört".
Über mangelnde Vielfalt kann man
sich bei In Mitra Medusa Inri jedenfalls nicht
beklagen. Das ist allemal besser als Einfalt und erlaubt
auch mal eine Song, der aus dem Rahmen fällt. Mit "Darkness
Between Us" werdet ihr jedenfalls lange Zeit viel Freude
haben.
Joe Asmodo
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