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Manchmal bedarf es nicht vieler
Worte, um eine Band und deren Werk(e) zu beschreiben,
in diesem Fall bedarf es nur weniger und leichter Worte,
deren Schwingen den Hörer auf eine leichtbeflügelte Reise
ins dunkle Ich nehmen, und die gleichzeitig auch eine
beklemmende Umarmung bieten. Die Rede ist von der deutschen
Formation in mitra medusa inri, die für viele als
Synonym für vertonte Sehnsucht und Traurigkeit und Stern
am wolkenverhangenen Gothichimmel stehen.
Der aktuelle Silberling darkness
between us liegt nun vor und umgarnt das Ohr mit traurigen
Klängen voller Wut und Melancholie. Die ersten Takte des
gleichnamigen Openers zaubern eine Gänsehaut, die nun
wie eine zweite Hülle am Hörer sitzt und selbigen nicht
wieder loslässt. Das ist mal was Feines in der Jahreszeit,
in der der Himmel grau ist und voller tränenreicher Geigen
hängt, unterstrichen vom immer wieder eingespielten „...ich
fürchte die Einsamkeit...“ Perfekt! Schon im ersten Song
bauen in mitra medusa inri klare, fragile Klangbögen
auf, die sich mit Gitarren und Synthies abwechseln, und
die eine Stimmung schaffen, als stünde man allein im morschen
knackenden Herbstwald und atmete seine letzten Züge. Doch
nicht nur klanglich wird hier das schwere Herz gut umhüllt,
auch textlich zeigen sich immi so tiefgründig und
schwermütig, dass man manchmal einen schweren Koloss in
der Brust zu tragen glaubt.
Stars wartet mit fein und klar
arrangierten Melodien auf, wohingegen der Refrain sich
tief bis in die letzte Blutbahn festsetzt und dort voller
Passion pulsiert, dass es wahrlich ein Vergnügen ist –
nicht zuletzt schuld an dieser aufkommenden Sucht ist
die Stimme des Sängers. Sehr tanzbar, und mit der unverwechselbaren
Kombination aus schnellen Gitarren- & Synthieklängen
eine Art Drang und unsichtbare Macht, die meines Erachtens
nach noch viele Menschenkinder auf Tanzflächen zerren
wird, ist "You came from the sun"ebenso wie
"Traces of the night" und "Do you call
that human", wobei letzteres stärker von Elektroklängen
durchzogen wird.
Wer hingegen die ruhigeren, ganz
tieftraurigen Klänge mag, bei denen die Tränenflüssigkeit
das Auge fast schon unter Wasser zu setzen droht, der
möge sich "Swimming Overseas" zu Gemüte führen
und gleich danach "If I could loose myself in the
color" – es ist so schrecklich schön! Passt aber
beides auch sehr gut, um an dunklen Abenden mal über Dinge
zu sinnieren, denen man sonst keinen Gedanken schenkt.
Vom Glücke beseelt sind die, die im Besitz der Erstauflage
des Albums sind, dieses enthält nämlich zusätzlich Bonusmaterial,
jawohl! "Darkness between us" darf noch mal
als Bonusversion "deep_frozen mix" seinen Weg
in die Gehörgänge finden; "Do you call that human"
und "driving, sleeping, waiting, playing" verstärken
das eh schon vorhandene Suchtpotential auf visuelle Art
– was will man da eigentlich mehr?
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