Synthetics, Okt. 2002

IN MITRA MEDUSA INRI
The Reality Kills My Illusion

 

Nach genau 10 Jahren ihrer Gründung haben es In Mitra Medusa Inri endlich geschafft, ihr drittes Fulltime Album "Dreams" zu releasen. Nicht ohne Grund ist dieses Werk so betitelt, man könnte daraus schließen, dass es der Traum der Jungs ist, nach dieser langen Zeit damit endlich weiter zu kommen.

Doch kommen wir erst mal zu ein paar Facts aus deren Vergangenheit. Anfang der 90er rauften sich ein paar verlorene Kinder zusammen und gründeten schließlich IMMI, um denn Wavegeist vergangener Tage aufrecht zu erhalten. Die verlorenen Kinder waren anfangs zu zweit, namens Volker und Holger, später stieß Michael hinzu.

Der Bandname entstand aus einer Zusammensetzung aus diversen geschichtlichen und geistigen Eckpunkten der Weltbegebenheit. Nach gut vier Jahren intensiver oder auch weniger intensiver Arbeit kam es dann doch noch 1996 zum Debüt "Long Forgotten World" (Spirit Records). Das Cover erinnerte eher an eine schwere Gruftiband als an eine selbstbetitelte Waveband. Nach einigen Missverständnissen der Mitgliedergemeinschaft Holger und Michael sowie der Opposition Volker kam es schließlich wieder zu einer Art Split. Die ersteren veröffentlichten unter dem Namen "My Personal Countdown" eine Scheibe, während Volker das zweite reguläre Werk "Commedia Del Arte" einspielte. Dieses Werk aus dem Jahre '98 ist meiner Meinung nach sehr persönlich gehalten und beinhaltet sicherlich zu 80% Volkers Lebens- und Denkweise. Mit teils deutschen Lyrics kann man sich sogar in einigen Songs selbst wiederfinden. Schöne Melodien und ein ab und an aufgeweckter Gesang. Nachdem Volker sich dann aber aus dem Geschäft zurückzog fungierten "My Personal Countdown" von nun an wieder unter dem Namen IMMI.

Jetzt im Jahre 2002, also zehn Jahre nach diversem Hin und Her haben sie sich aber anscheinend gefunden. Das Album lebt vom Geist vergangener Tage, musikalisch wie auch textlich. Und auch wenn der Gesang etwas einschläfernd wirkt, birgt das Album den ein oder anderen Knaller, so wie z. B. "Reality", ein Wavesong der von Ikonen hätte kaum fast besser sein können.

Wir wünschen der Band endlich den zustehenden Erfolg und ein definitives Ende dieser Bandstreitigkeiten. Denn wie heisst es so schön auf der Internetseite "Wir sind Freunde, nicht bloss ein paar Leute, die Musik machen" ... dem ist nichts hinzuzufügen. Amen!

Text: Xypher