Intervie Obliveon, März 2007

IN MITRA MEDUSA INR I
Kalte Farben

Eines der ersten wirklichen Highlights im Gothic-Bereich liefert die Band In Mitra Medusa Inri mit ihrem neuen Album „Kalte Farben“ ab. Da ich mich schon von den Qualitäten dieser Band im Vorprgramm von Fetisch:Mensch überzeugen konnte, freut es mich umso mehr, ein Interview mit der Band führen zu können.

in mitra medusa inriZuerst einmal Glückwunsch zu eurem tollen neuen Album. Nachdem ich vergleichend auch eure alten Werke mir noch einmal zu Gemüte geführt habe, muss ich sagen, dass es sich wohl um euer intensivstes Werk handelt. Wie lang habt ihr insgesamt am neuen Material gearbeitet?

>> An den Songs haben wir circa zwei Jahre gearbeitet. Das war eine sehr lange und eine sehr intensive Arbeit. Weiß gar nicht, wie oft wir die Songs überarbeitet haben. Letztendlich haben wir jeden Song noch einmal in Angriff genommen, bevor wir ins Studio gegangen sind. Der Song „Why Can You Sing At Daylight” ist in der Form auch erst eine Woche vor den Studioaufnahmen entstanden. Zudem haben wir ja auch deutsche Songs auf die CD gebannt. Wir mussten hier gar nicht überlegen, ob wir die englisch oder deutsch machen, denn die Texte und die Musik passten wirklich hundertprozentig zueinander. Von Freunden wurde uns sogar gesagt, dass die deutschen Songs die englischen noch mal übertrumpfen. Das ist ein schönes Kompliment für uns. Da wir ja auch schon auf anderen CDs hin und wieder etwas deutsches hatten, ist es auch nicht ungewöhnlich für uns, dass wir so fortgeschritten sind. Ja und in unseren Ohren ist der Song „KEINE FRAGEN“ das absolute Highlight der CD. Deshalb entschieden wir uns auch, dieses Stück schon vor Veröffentlichung kostenlos zum Download auf unsere Homepage zu stellen. Und was sollen wir sagen, die Leute sind begeistert. Was uns natürlich ebenfalls sehr freut. Wer hätte das gedacht... <

Mit „Kalte Farben“ habt ihr ein durch und durch gelungenes Wave- Album geschaffen. Was sich nicht nur darin zeigt, dass der gleichnamige Titeltrack bereits vor Veröffentlichung auf Platz 2 der Charts des Online-Radiosenders http://www.radio.xes-666.de gevotet wurde. Welche Hoffnungen verbindet ihr mit eurem neuen Album?

>> Ja, und noch besser beim Radiosender http://www.radio-subway.de. Da waren wir kurz nach Einstieg in deren Charts auf Platz eins, vor Bands wie The Crüxshadows oder auch Northern Lite, sind dann auf Platz drei abgerutscht und eine Woche später waren wir wieder auf Platz eins der Charts... das ist mal super... Wir hoffen, dass eine breite Hörerschaft Zugang zu der CD findet, ist es doch bisher unser bestes und auch eingängigstes Werk seit Bestehen von In Mitra Medusa Inri. Zum anderen hoffen wir auch auf mehr Nachfragen bzgl. Live Gigs. Irgendwie ist das schon komisch. Als wir auf dem „M’era Luna“ 2005 spielten, wurden wir als Geheimtipp angekündigt und sehr viele Leute kennen uns. Wir verstehen das manchmal selbst nicht so genau, woran das liegt. Aber wir sind guter Dinge, was die CD angeht und wünschen uns, dass die Hörer offen sind für diese Art von Musik. <<

in mitra medusa inriAls Bonustrack habt ihr den Pete Seeger Song „Sag mir wo die Blumen sind“ gecovert. Wie kamt ihr auf diese Idee?

>> Der Song ist bereits im Jahre 1998 entstanden und lag jetzt ja fast zehn Jahre im Schrank. Wir haben den Song aber nicht gecovert, sondern interpretiert, so wie wir ihn spielen würden. Und letztendlich hat es die Zeit gebraucht bis wir dieses Album machten, damit er es auf einen Longplayer schafft. Zu allen anderen CDs von uns hat er nicht gepasst. Aber wir glauben in gewisser Art und Weise an das Schicksal und nun ist es soweit. <

Wie ich gelesen habe, werdet ihr demnächst in Berlin im "K17" als Live- Act zu Gast sein. Wie sehen eure weiteren Pläne für das Jahr 2007 aus? Wird es eine Tour zum neuen Album geben?

>> Wir planen ein Releasekonzert in unserer Heimatstadt Mönchengladbach und weitere Konzerte würden wir auch gerne spielen. Wir sind in der Planungsphase. Mal sehen was daraus wird. Ihr könnt uns die Daumen drücken, dass wir eine kleine Tour in Zusammenarbeit mit unserer Bookinagentur „Wings of Destiny“ auf die Beine gestellt bekommen. <

Wenn man eure neue Homepage besucht, kann man nachlesen, dass es euch nun schon fast genau fünfzehn Jahre lang, mit mehr oder weniger starken Unterbrechungen, gibt. Was motiviert einen, über so lange Zeit Musik zu machen? Noch dazu, wenn man sich in einer Zeit befindet, in der Musik mehr und mehr zum allgemeinen Gebrauchsgegenstand der Menschen geworden ist.

>> Musik ist unser Lebensinhalt. In Mitra Medusa Inri ist unser Lebensinhalt. Somit bleibt uns gar nichts anders übrig, als immer wieder neue CDs zu machen. Wir können uns momentan auch nichts anderes vorstellen. Es ist auch einfach immer wieder ein schönes Gefühl, wenn du das Feedback von den Fans bekommst und merkst, dass die Gedanken, die in einem waren, als die Songs entstanden, bei dem Fans ankommen. Was will man mehr? Das ist doch eines der schönsten Dinge, die es gibt. Und wie du schon sagtest: Die Songs haben Ohrwurmcharakter und bleiben in den Gedanken. Das motiviert, wenn man diese schönen Dinge gesagt bekommt. Zum anderen können wir die Musik als Ventil nutzen und die erlebten Dinge verarbeiten. <

Wenn du dennoch auf eure Bandgeschichte zurückblickst, was war Höhepunkt eurer Band In Mitra Medusa Inri?

>> Da gab es viele verschiedene. Als wir damals 1996 unsere erste CD in den Händen hielten war das ein Höhepunkt. So ging es immer weiter. Dann hatten wir zwei Gigs in England, wo wir vom Publikum unheimlich gefeiert wurden. Konzerte mit den The Crüxshadows, mit Escape with Romeo, das „M’era Luna“-Festival. Das kann einem nicht mehr genommen werden. Es sind so einige Träume für uns in Erfüllung gegangen. Eigentlich ist jede CD immer wieder ein Höhepunkt. Wenn wir uns Gedanken über die Booklet-Gestaltung machen, über die Songs und letztendlich dann das gute Stück zum ersten Mal in den Händen haben. <

Noch ein letztes Wort eurerseits?

>> Macht alles so wie es bisher geschah. Denn das Schicksal zeichnet eueren Weg. Lernt das Glück, welches euch zufällt, zu erkennen und anzunehmen. <<

Ich kann nur sagen der Kauf eurer CD lohnt sich auf jedenfall. „Kalte Farben“ sind aus meinem CD-Player zurzeit nicht wegzudenken. Danke für ein tolles Album und das Interview.

>> Besten Dank, und gerne wieder. Wir sehen und hören uns bei einem unserer Gigs. <<

Markus Förster

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