Interview Schwarzes Bremen, 06.02.2005

Da das Konzert am 13.03.05 im Römer entfallen muss, haben wir das Interview per Mail geführt.

SB: Wie nimmt Euer Umfeld Eure musikalische Tätigkeit auf? Wie haben Eure Familien auf diese Art der Musik reagiert?

IMMI: Zu Beginn unseres künstl. Schaffens haben unsere Eltern eher negativ reagiert. Sie waren nicht besonders erfreut. Gerade der finanz. Aspekt machte ihnen Sorgen. Sie haben nie nachvollziehen können warum wir soviel Zeit und Geld in "so eine Sache" investieren. Das Bild hat sich aber inzwischen gewandelt. Sie haben halt irgendwann begriffen das wir es ernst meinen und dass nicht nur, weil wir nichts anderes zu tun haben, machen. Man könnte auch sagen, dass sie stolz darauf sind, wenn sie mitbekommen, was alles passiert. Im Umfeld war die Reaktion ähnlich. Ich muss aber sagen: mit meinen engsten Freunden rede ich gar nicht soviel über Musik. Da sind andere Themen relevant.

SB: Wie trefft Ihr die thematische Auswahl Eurer Lyrics?

IMMI: Oft ist es so, dass gedanklich ein gewisser Kontext vorliegt, eine bestimmte Marschrichtung. Diese Gedanken gilt es dann auf Papier zu bringen. Beim neuen Album „Without a view of things“ war das Thema Liebe das Bestimmende. Meistens ist es dann folgendermaßen, dass sich aus diesem Grundthema die verschiedensten Unterpunkte, ja so könnte man es bezeichnen, ergeben. Und natürlich ist die thematische Auswahl der Lyrics stark abhängig von den Songs. Da legen wir sehr viel Wert auf das Zusammenwirken von Text und Musik.

SB: Euer Name ist bisher noch nicht der "breiten Öffentlichkeit" bekannt. Worauf führt Ihr das zurück?

IMMI: Ja, das verstehen wir auch nicht. ;-) Wir arbeiten aber täglich daran das zu ändern. Wir sind z.B. auf dem diesjährigen MERA LUNA dabei. Es ist oft so, wenn wir uns mit Menschen unterhalten, dass sie den Namen IN MITRA MEDUSA INRI schon mal gehört haben. Aber nicht wissen, was dahinter steckt. Ein wirklich schönes Beispiel: Wir spielten im Nov. 04 in Hamburg. Das ICH waren dort auch am Start. Vorm Gig fragte mich Bruno Kramm noch, "Eey Jungs was macht ihr für Musik?" Er war total überrascht als er uns gehört hatte. Denn er war von Mittelalter Musik oder Folk ausgegangen. Das ist aber auch unser Ansatz. Mit den Gegensätzen spielen und die Menschen überraschen. So erging uns das viele viele Male. Ich glaube, es ist nur eine Frage der Zeit bis es sich herumgesprochen hat, wer wir sind. Ein anderes Problem ist auch, das wir musikalisch absolut unser eigenes Ding machen. Also keine EBM o.ä. und dementsprechend die Zuordnung für die Hörerschaft nicht immer einfach ist. Aber warum sollten wir uns anpassen?

SB: Ihr habt pro Jahr nur wenige Live-Auftritte. Woran liegt das?

IMMI: Da wir beide noch mit viele anderen Dingen beschäftigt sind, spielen wir nur ausgesuchte Gigs. Es ist zudem auch schwerer geworden für Bands auf unserem Level Gigs zu bekommen. Die Veranstalter gehen auf Nummer sicher und buchen die großen und bekannten Bands, die auf jeden Fall Leute ziehen und die Produktionskosten decken. Wie so oft spielt auch hier das liebe liebe Geld eine große Rolle. Zudem hat sich auch das Verhalten des Publikums verändert. Es werden halt lieber größerer Bands angesehen als die kleinen.

SB: Ihr habt bisher 5 CDs veröffentlicht, von 1996 bis 2003. Was hat sich, aus Eurer Sicht, in dieser Zeit an den Bedingungen geändert?

IMMI: Die Bedingungen sind wie in so vielen anderen Lebensbereichen auch hier wesentlich härter geworden. Man muss sehr zäh sein, um nicht aufzugeben. Die Vö-Bedingungen, die Live- Bedingungen [wo kannst du spielen etc.] alles das hat sich sehr verändert. Natürlich hat sich auch der Musikgeschmack der HörerIn gewandelt. Gehe in Clubs und schon geht das BUMM BUMM Ding los. Selten hört man Gitarren, was sehr schade ist. Denn es gibt viele gute Gitarren-Bands. Mein Favorit ist zur Zeit z.B. NUUk aus der Schweiz. Die spielen super Musik.

SB: Wie ist Eure Zusammenarbeit mit Eurem Label Apollyon?

IMMI: Die Zusammenarbeit läuft gut. Konzepte werden besprochen und es wird versucht, das bestmögliche für die Band zu machen.

SB: Wie findet Ihr die momentane Geschäftspolitik der Majors?

IMMI: Ich bin da gar nicht so auf dem Laufenden. Aber die setzen und gehen wahrscheinlich auch auf Nummer sicher. Hatte nur mitbekommen, dass die viele Künstler auf die Straße gesetzt haben.

SB: Was haltet Ihr vom Kauf von MP3s im Internet?

IMMI: Ist doch generell eine gute Sache. Ich denke, dass wir uns damit abfinden müssen, das Dinge sich verändern. Ich finde es allerdings sehr schade, dass der Wert [Stellenwert] eines Tonträgers verloren gegangen ist. Zu LP-Zeiten war die Bedeutung noch viel größer. Jetzt hat man halt nen kleinen runden Silberling in der Hand, der längst nicht mehr den Stellenwert einnimmt. Ich kann nur für mich sagen dass ich, wenn ich eine Band gut finde, mir definitiv die CD davon besorge. Denn es ist noch immer etwas anderes, allein schon oft wegen des Booklets. Ich glaube die Hörer vergessen oft, dass der Künstler von seiner Musik lebt. Und je mehr gebrannt wird usw. desto weniger geht dem Künstler zu. Das wirkt sich natürlich auch auf viele damit im Zusammenhang stehende Dinge aus: Produktion der nächsten CD, Kosten für Gigs usw...

SB: SchwarzesBremen.de dankt Euch für dieses Interview.

IMMI: Gern geschehen. Wir freuen uns – auch – in hoffentlich gar nicht mal so langer Zeit – mal wieder in Bremen spielen zu dürfen/können. Wir bedanken uns bei Euch!!!!

www.schwarzesbremen.de

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