REZI ZILLO, April 2005

IN MITRA MEDUSA INRI
"Without A View Of Things"
(Apollyon/Alive)

Mit ihrem fünften Silberling wendet sich das Duo wieder verstärkt wavigen Gitarren zu, ohne dabei allerdings auf den atmosphärischen Einsatz von synthetischen Klangspielereien zu verzichten. Vielmehr erklingt das gesamte Werk in einem Tenor, der mehr Verknüpfungen zu den Achtzigern zulässt, sich aber nicht vor einem zeitgemäßen Tonbild verschließt. Bereits der Opener und Titeltrack macht deutlich, dass man es bei dieser Scheibe nicht mit leicht konsumierbarer Massenware zu tun hat, die zur täglichen Hausarbeit als Berieselung oder als Tanzflächenkracher genutzt werden kann, sondern um musikalische Emotionen und Reflexionen, die volle Aufmerksamkeit verlangen. Anfangs mag der ein oder andere Song ein wenig sperrig erscheinen, doch macht man sich die Mühe, sich mit Texten und Kompositionen auseinander zu setzen, dann erschließt sich dem Zuhörer eine filigrane Zerbrechlichkeit, ein melancholischer Abstieg in die eigene Psyche; Titel wie "Timeless Space Of Sadness" oder "Rejected And Forgotten" sprechen Bände. Ein Album, das die Macht hat zu beschäftigen, zu bewegen und zu Tagträumen zu verleiten.

pöda

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