REZI Shadowshire, Juni 2005

01.06.05 - Die Mönchengladbacher Formation In Mitra Medusa Inri meldet sich nach 2 Jahren mit einer neuen CD zurück. "Without a view of things" gibt es seit dem 18.4.2005 im Plattenladen eures Vertrauens.

Es gibt Bands, deren Alben man blind kaufen könnte. Die Wave-Formation In Mitra Medusa Inri, kurz oftmals liebevoll kurz "IMMI" genannt, ist eine solche. Stets liefern die Mönchengladbacher erstklassige Werke ab und bleiben sich selbst dennoch durch alle Veränderungen treu.

Hatte man beim letzten Output "There Is Darkness Between Us" noch mit Kritiken zu kämpfen, dass eben dieses Werk stellenweise zu elektropoppig sei, hat man auf "Without A View Of Things" die elektronischen Anteile oftmals zugunsten der wavigen Gitarren zurückgeschraubt, aber nicht gänzlich aus dem IMMI'schen Soundgefüge weggelassen. Der wehmütig anmutende Titeltrack steht direkt am Anfang des Albums, das von zumeist getragenen, emotionalen Songs durchzogen ist. Zunächst seltsam wirkender Sprechgesang wechselt später in warmen Gesang, getragen von weichen Gitarrenklängen. Gewiß kann man IMMI einige poppige Spielereien nicht absprechen, doch gerade diese, zusammen mit der experimentellen Elektronik und dem typischen Klanggewand der Band, besitzen neben der Kunst, zu fesseln auch einen unglaublichen Charme, dem man sich schwerlich entziehen kann. Ob es etwas schnellere Nummern sind, wie etwa "Her Perfect Beauty", oder aber langsam-nachdenkliche Tonkunst wie "Rejected And Forgotten", es herrscht immer eine düstere, melancholische Atmosphäre, die zu beeindrucken weiß. IMMI kredenzen dabei eine gekonnte Mischung aus verträumten Synthiespielereien und Gitarren, ganz wundersam steht das Gesamtwerk unter dem grauen Himmel zieht den Hörer nachhaltig in seinen Bann. Warm, weich, sonor und erdig liegt die Stimme über den nachdenklichen Songs, von denen eine faszinierend traurige Stimmung ausgeht. Das Werk per se ist dabei recht schwermütig, jedoch nie zu allzu bedrückend schwer, und wird zum Ende hin mit Songs wie "Enjoy The Moment" und "Calling It A Thing Called Wrong" etwas flotter und auch experimenteller. Ein schöner Ausklang ist dabei das ruhige Instrumental "Wollte meine Liebe auf Händen tragen", das fast schon ambientartige Züge mit sich trägt.

Ein schönes Darkwave-Album ist "Without A View Of Things" geworden, das größtenteils im gediegenen Tempo agierende Songs für den Hörer bereit hält, zu denen es sich wunderbar sinnieren läßt. Das Werk besitzt musikalisch wie textlich eine ungeheure Atmosphäre und Tiefe und gehört in die CD-Sammlung eines jeden Fans des Wave. Absolut.

www.shadowshire.de

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