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IN MITRA
MEDUSA INRI
Auf dem Weg zum Durchbruch?
Trotz etlicher Jahre im Geschäft,
hat die Formation In Mitra Medusa Inri nie wirklich den
letzten Schritt in Richtung Durchbruch vollzogen. Und
dies, obwohl alle Alben - mittlerweile immerhin fünf
an der Zahl - qualitativ hochwertig sind. Was fehlt, ist
anscheinend der letzte Kniff, das letzte Quäntchen
Glück, oder vielleicht doch nur der eine durchschlagende
Clubhit? Mit "Without A View Of Things" (Apollyon/Soulfood)
ist jetzt zwar besagtes fünftes erschienen; ob sich
am Status der Band dadurch jedoch etwas verändern
wird, sei dahingestellt. Fakt ist jedoch, dass auch die
neue Silberscheibe wieder gewohnte In Mitra Medusa Inri-Qualität
bietet, diesmal sogar erneut verstärkt gitarrenorientiert.
Holger Meyer und Michael Gronau, die beiden kreativen
Köpfe hinter dem seltsamen Bandnamen, standen uns Rede
und Antwort und erläuterten uns ihre Sicht der Dinge
im folgenden Interview.
"Unser erstes Album erschien damals
noch noch auf Mozarts Label Spirit Records, wohingegen
die letzten drei CDs bereits bei Apollyon verööffentlicht
wurden", blickt Michael zurück. "Wenn man die beiden
Vorgängeralben zu ‚Without A View Of Things' mit
in Betracht zieht, also ‚Dreams' und ‚Darkness Between
Us', ist der neue Silberling eine konsequente Weiterentwicklung
dessen, was auf den beiden letzten Scheiben bereits verewigt
wurde. Wir spielen immer ein wenig mit den Komponenten.
‚Darkness Between Us' beinhaltete nicht mehr so viele
Gitarren, was wir aber auf dem neuen Silberling wieder
geändert haben, teilweise sind in manchen Songs drei
bis vier verschiedene Gitarrenspuren aufgenommen worden.
Von daher ist auch die ganze Produktion wesentlich aufwändiger
geworden, als noch bei den letzten Alben. Mit wirklich
cleanen und trockenen Gitarren haben wir dieses Mal verstärkt
gearbeitet, die alle ohne großartige Effekte eingespielt
wurden."
Generell macht der neue Silberling
wieder einen eher introvertierten und verspielten Charakter,
was vielleicht auch an den angesprochenen, eher sauberen
Gitarren liegen mag. Dennoch schaffen es In Mitra Medusa
Inri mit ihrer Mixtur aus klassischem Gitarren-Wave und
elektronischen Spielereien, irgendwie die Brücke
zwischen älteren Clan Of Xymox und neueren Diary
Of Dreams zu schlagen. Michael dazu: "Da können wir
sehr gut mit Leben. Es ist nun mal so, dass Vergleiche
angestellt werden. Und mit diesem Vergleich werden wir
dich auf jeden Fall nicht in einen dunklen Hinterhof locken.
Was das Verspielte angeht: Wir probieren immer wieder
neue Dinge aus und lassen unsere Kreativität fließen,
ohne uns selbst irgendwelche Grenzen zu setzen."
Gibt es denn einen thematischen
roten Faden, der sich durch den Silberling zieht? Man
kann durchaus Ansätze für diese Thesen finden, wenn
man sich näher mit den Texten der Scheibe auseinandersetzt.
"Wir uns wieder sehr viele Gedanken zum Thema des Albums
gemacht", schaltet sich Holger ein. "Es ist, wie die anderen
Alben auch, ein Konzeptalbum, das man in seiner Ganzheit
verstehen muss. Das beginnt beim Booklet geht über
die Musik und endet letztendlich bei den Texten. Wir hoffen
mit unserer Musik die Menschen zusammenführen zu
können. Wir glauben an das Gute im Menschen. Ein zentrales
Thema ist das sich öffnen. Gehe mit freien Gedanken
durch die Welt; baue Vorurteile ab, stehe zu deinen Gefühlen.
Ohne aber die Sicht für die Dinge zu verlieren." In Mitra
Medusa Inri gibt es mittlerweile, wie bereits angedeutet,
schon eine lange Zeit. Trotz alledem hat es leider nie
für den großen Wurf gereicht, obgleich das
Duo manch einer etablierteren Szeneband erfahrungstechnisch
locker das Wasser reichen kann.
"Wir glauben einfach, dass die
Zeiten sich geändert haben", erklärt Holger
seine Perspektive. " Betrachte die Clubsituation. Dort
werden ja fast nur noch Elecro-Songs gespielt. Da hat
es eine Band, die sich bewusst dagegen entscheidet, natürlich
unheimlich schwer. Was wir aber immer wieder ganz extrem
feststellen ist, dass die Menschen, die uns live auf der
Bühne erlebt haben, immer sehr überrascht sind,
wie kraftvoll unsere Musik doch rüberkommt. Klingt
es auf CD teilweise ruhiger, ist es live genau das Gegenteil.
Wir haben bisher immer ein sehr positives Feedback bekommen.
Hinzu kommt natürlich auch noch, dass unsere Musik
keine leicht verwertbare Kost ist. Eine Auseinandersetzung
mit den Stücken und den Texten ist natürlich
nicht zwingend vorgeschrieben, erleichtert aber doch schon
unsere Musik und unsere Ansätze zu verstehen. Ein
gutes Beispiel ist hierfür der Titelsong. Hier haben
wir hundertprozentig den Nagel auf den Kopf getroffen.
Musik und Text verschmelzen zu einem Ganzen und die Musik
drückt genau das aus, was der Text transportieren soll."
In Mitra Medusa Inri werden in
diesem Jahr auch auf unserem Sonic Seducer M'era Luna-Festival
auftreten, was für die Band natürlich eine große
Herausforderung, aber auch eine ebenso große Möglichkeit
darstellt. "Wir würden sagen, dass wir Blut geleckt
haben", lacht Holger. "Es macht immer mehr Spaß
live zu spielen. Gerade auch nach dem letzten sehr erfolgreichen
Jahr. Und dieses Jahr ist natürlich, keine Frage,
das M'era Luna-Festival der absolute Höhepunkt für
uns. Zumal wir festgestellt haben, dass wir auf der Bühne
immer mehr Menschen durch unsere Musik überzeugen.
Viele sind halt überrascht, die bisher nur den Namen
kannten und dann die Musik hören, die sich dahinter
verbirgt."
Thomas Thyssen
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