REZI nocturnalhall.de 12/2003

IN MITRA MEDUSA INRI legen ein Jahr nach dem letzten Longplayer Dreams nun das Nachfolgewerk Darkness Between Us vor. Das Album beginnt mit dem achtminütigen Titeltrack sehr ruhig. Keyboardsounds und Wortfetzen schaffen eine sehr melancholische, düstere Atmosphäre, bevor Gesang und Gitarren und ein schneller Rhythmus einsetzen. Doch der Song wird keinesfalls zum Goth-Rock-Kracher, sondern bleibt ein sehr getragenes Darkwave-Stück voller Atmosphäre, irgendwie zurückhaltend, der erwartete Ausbruch kommt nicht. Der zweite Track Sometimes überrascht dann plötzlich mit Future-Pop-Elementen, einem mitreißenden Refrain und schönem Wave-Pop – aber auch hier fehlt die dunklere Grundstimmung natürlich nicht. Überhaupt fällt bei diesem Album auf, dass IN MITRA MEDUSA INRI zwischen gitarrenlastigeren Wave-Stücken und ungewohnten, fast elektropoppigen Stücken pendeln – so leicht einzuordnen ist das Duo jedenfalls nicht. Einige Songs, wie Stars, bleiben dennoch irgendwie unspektakulär, irgendwas fehlt, der Funke will nicht recht überspringen. Dafür überzeugen andere Songs, wie You Came From The Sun oder Do You Call That Human umso mehr - beides sind gitarrenlastige Wave-Stücke, die an Clan Of Xymox erinnern. Alles in allem hat die Platte natürlich einen starken Hang zu den guten alten 80ern, aber IMMI haben es durchaus geschafft, moderne Elemente einfließen zu lassen. Wie immer besticht ihre Musik darüber hinaus durch den warmen, ausdrucksstarken Gesang und die melancholische Dark-Wave-Musik. Auf jeden Fall ein Album, dem man öfter zuhören sollte, damit es seinen Glanz entfaltet.

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