Interviews mit IN MITRA MEDUSA INRI

Zillo Nov. 2001

In Mitra Medusa Inri

Auferstehung

Es gab Chaos - jede Menge Chaos! - im Leben von In Mitra Medusa Inri. Nach dem Debüt trennte man sich und Sänger Volker veröffentlichte alleine unter dem Bandnamen eine zweite CD: „Commedia Del Arte" ( ... damals im Zillo verrissen *g*). Jetzt sind wir bei dem Kapitel „Die Auferstehung" - in dem nunmehr die beiden anderen Bandmitglieder, Holger und Michael, als In Mitra Medusa Inri mit einem Minialbum am Start sind. Ein kleines Gespräch ...  

Zillo: Wie würdest du einem Menschen, der noch nie eure Musik gehört hast, beschreiben, was ihr tut?

Michael: Eine Mischung aus elektronischer Musik, gepaart mit melodiösen Gitarren und tanzbaren Rhythmen. Lässt man sich auf die Musik ein, wird man in eine andere Welt entführt. Getreu unserem Motto: Schließt die Augen und laßt euch fallen.

Z: Erzähl mal von den letzten Jahren, es ist einiges schief gelaufen für euch, oder?

M: Ja, das kann man auf jeden Fall sagen. Es war ein ständiges Auf und Ab. Nach der Trennung schlummerte weiterhin der Gedanke in uns, wieder selber auf der Bühne zu stehen und den eigenen kreativen Output zu nutzen. Als Volker die Band mit Namen In Mitra Medusa Inri sterben ließ, nahmen wir das als Zeichen und führten fort, was bisher einen Großteil unseres Leben bestimmte - INRI.

Z: Welche Lehre habt ihr daraus gezogen?

M: Wir sind absolut offen zueinander. Außerdem werden wir keine zusätzlichen Personen als feste Bandmitglieder aufnehmen. Das steht fest.

Z: Und wer macht was innerhalb der Band?

M: Es ist so, dass wir die Stücke zusammen arrangieren. Wir haben keine bestimmte Arbeitsweise. Die Texte kommen zu größten Teil von mir. Wir fordern uns immer wieder selbst und haben keinen Anlaß dazu, in eine eingefahrene Arbeitsweise zu verfallen. Dann mach ich noch die Homepage, kümmere mich um die Kontakte und mach PR Arbeit.

Z: Für vergleichssüchtige Menschen: Nach wem würdet ihr gerne klingen?

M: Natürlich werden wir oft verglichen, aber dass wir nach einer Band klingen möchten - nein. Wir lassen uns durch die musikalischen Einflüsse inspirieren.

Wir wollen eine Musik schaffen, die erfrischend ist und nicht unbedingt dem gängigen Klischees entspricht. Besonders gut hört man das an unserem neuen Material. Ein Wechsel zwischen poppigen Songs, stark elektronischen Stücken und eher Gothic-lastigern Parts.

Z: Warum habt ihr jetzt eine EP rausgebracht und nicht gleich ein richtiges Full-Lenght-Album?

M: Nach etwa 3 Jahren Live-Pause haben wir in diesem Jahr wieder unsere ersten Gigs gespielt, viele fragten, ob es was aktuelles zu kaufen gäbe. Das mußten wir immer verneinen. Da wir bis jetzt noch kein Label gefunden haben, entschlossen wir uns, erst mal 5 Songs als EP zu veröffentlichen und in Eigenregie den Vertrieb zu übernehmen. Wir hoffen, das Full-Lenght-Album spätestens im April nächsten Jahres veröffentlichen zu können und bis dahin auch ein Label gefunden zu haben.

Z: Wie wichtig ist Elektronik bei euch?

M: Die Elektronik spielt eine große Rolle. Als wir den ersten Song für unsere Mini-CD aufnahmen, besaßen wir noch keine Atari, das heißt: Wir konnten den Song im Probenraum nie mit kompletter Instrumentierung hören. Erst, als wir alle 24 Spuren aufgenommen hatten, hörten wir den Song komplett. Das ist eine sehr zeitaufwendige Art des Musikmachens - der gute alte Atari ermöglicht es uns, entspannter und detaillierter zu arbeiten.

Z: Und wie kann man derzeit an euer Minialbum kommen?

M: Wir haben leider noch keinen Vertrieb finden können, insofern kann man die CD über info@inmitramedusainri.com oder bei Mailordern wie z.B. Infrarot oder Martz bestellen.

Tania Krings

 

 

 

Interview Bloom (www.bloom.de), Nov. 2001 1. Euer Bandname setzt sich aus Wörtern mit sehr unterschiedlichen Symbolcharakteren zusammen, wie seid ihr zu diesem Endnamen gekommen? Es klingt nicht nach einem Ergebnis von einer durchzechten Nacht, eher nach einer Magisterarbeit ...

Wir hatten uns schon im Vorfeld viele Gedanken über den Bandnamen gemacht. Es war uns klar das wir keinen Namen wählen der „normal" klingt. Es war ein etwas längerer Prozeß bis es soweit war und wir mit dem Ergebnis zufrieden waren. Jeder von uns machte sich Gedanken wie unsere Band heißen könne. Letztendlich, als wir all unsere Ideen zusammen getragen und ausdiskutiert hatten, entschlossen wir uns zu diesem unseren Namen. Er hat in unseren Augen etwas ungewöhnliches und stellt vor allen Dingen den Hintergrund und die Botschaft unserer Musik dar. Das war ebenfalls ein wichtiger Aspekt bei der Auswahl.

2. Wie habt ihr euch kennengelernt? Ihr sprecht in eurer Biographie von Freunden, kennt ihr Euch schon seit dem ´Sandkastenalter´ ?

Ganz so ist es nicht. Wir kommen aus dem selben kleinen Ort ( Dorf ) welcher sich in der Nähe von Venlo ( NL ) befindet. Zwangsläufig sind wir uns immer wieder über den Weg gelaufen und lernten uns kennen. Holger und ich gingen außerdem in die selbe Klasse der Berufsschule. „Ja, auch wir haben etwas gelernt"*g*. Wir stellten schnell fest das wir die selben musikalischen Vorlieben hatten. So war der nächste Schritt diese in eigene Songs umzusetzen gar nicht mehr soweit entfernt.

3. Glaubt ihr an Spiritismus und Schicksal, daß sich manchmal mit bestimmten Leuten der Weg kreuzt?

Wir glauben bedingt an Schicksal. Über dieses Thema haben wir uns schon sehr häufig unterhalten. Wir nehmen an das es Fügung oder Schicksal ist das wir mit In Mitra Medusa Inri weitermachten. Damals nach unserem Ausstieg bei den Inris passierte einige Zeit lang nichts. Dann begannen wir Konzerte für einen Club zu organisieren. Dieses lief leider nicht so wie wir uns das vorgestellten. Außerdem war immer wieder das Gefühl da, oben auf der Bühne zu stehen und dem Publikum seine eigenen Songs zu präsentieren. So entschieden wir uns, wieder unseren eigenen kreativen Output zu nutzen. Wir denken das solche Dinge wie gerade beschrieben Schicksal oder Fügung sind. Es hätte auch gut geschehen können das wir großen Erfolg mit der Organisation der Konzerte gehabt hätten und die eigene Musik ins Hintertreffen geraten wäre. Aber wie sagt man so schön: „ Das war wahrscheinlich der Wink mit dem Zaunpfahl". Diese Chance haben wir für uns erkannt. Auch das sich die Wege bestimmter Menschen kreuzen und das Gefühl da ist als hätte es so sein müssen ist uns nicht unbekannt. Mir passierte das vor kurzem noch. Ich möchte nicht näher auf die Details eingehen, aber Schicksal ist eine feste Größe in unserem Leben.

4. Wenn es zu indiskret ist, überspringt diese Frage einfach (beliebig auf etwaige folgende Fragen anwendbar - grins), aber was für Probleme und Störfaktoren gab es damals, die dann zur Trennung zwischen euch und Volker führten?

Das war ein schleichender Prozeß, der sich immer mehr und mehr intensivierte. Es wurden Versprechen nicht eingehalten, abgesprochene Aufgaben nicht erfüllt. Es kam zu einem Ungleichgewicht innerhalb der Band und das Vertrauen ging verloren. Wenn sich eine Person in den Vordergrund stellt, aber die anderen beiden eigentlich diejenigen sind die IN MITRA MEDUSA INRI am Leben halten - wir dachten uns, das kann’s nicht sein. Sogar die Freude am regelmäßigen Proben ging verloren. Es war halt nur noch eine Frage der Zeit bis der Punkt kommen würde an dem der Knoten platze. Ja und das war nach einem Gig in Neuss ( NRW ). Danach war erst einmal alles vorbei.

5. Auf welchem Weg seid ihr zu dieser Musikrichtung gekommen?

Das ist die Suche nach dem Vollkommenen. Wir sind ständig bestrebt das beste zu leisten. Wie war das noch: „Stillstand ist Tod". Unser Stil hat sich aus vielen verschiedenen Elementen entwickelt. Frühere Einflüsse spielen hier sicherlich eine große Rolle.

6. Wie seid ihr dazu gekommen, Musiker zu werden, Ihr wart bestimmt nicht die typisch gequälten Kinder, die die Träume der Eltern erfüllen sollten?

Sozusagen sind Holger und ich Spätzünder. Denn beide begannen wir mit erst 16 Jahren Instrumente zu erlernen. Alles lief natürlich nebenher. Lehre, Schule, Musik....

Als es soweit war das wir In Mitra Medusa Inri ins Leben riefen lies uns der Gedanke nicht mehr los mit unserer Musik ein großes Publikum zu erreichen. Wir investierten bzw. investieren mehr Zeit den je in unserer Band. Unsere Eltern haben uns nicht vorgeschrieben was wir lernen sollten um später dann einmal die „große berufliche Kariere" anzustreben. In diesen Entscheidungen waren wir immer frei. Wir werden alles daran setzen unsere Träume zu erfüllen.

7. Was verbindet euch mit der Szene?

Vergessen, das Erfüllen unserer Träume, Verlust der Oberflächlichkeit, zu wissen wo wir herkommen und zu Hause sind.

8. Was für Gründe gibt es über Traurigkeit, Verlassen werden und Endlichkeit zu singen?

Es gibt Dinge und Gefühlszustände die sich über die Songs bzw. als geschriebenes Wort viel leichter ausdrücken lassen. Es ist so das jeder der Songtexte einen reellen Bezug zu uns hat. Es sind Dinge, Gefühlszustände die uns umgeben, mit denen wir einschlafen und morgens auch wieder aufwachen. Die Texte dienen als eine Art Ventil das uns die Möglichkeit gibt Erlebtes zu verarbeiten und anderen Menschen mitzuteilen. Das eine gewisse Traurigkeit, Melancholie über den Wörtern schwebt liegt daran das die Texte oft in den schlechten Phasen dieses unseres Lebens entstehen. Wir denken aber das viele Hörer das für sich nachvollziehen können und ähnliche Dinge, wie sie in den Texten beschrieben sind erlebt haben. Wir können uns glücklich schätzen das wir die Möglichkeit haben und das was in uns vorgeht festhalten können, anderen Menschen auf diese Weise mitteilen können.

9. Ist es nicht schon deprimierend genug, wenn man es im Leben erlebt? (ich neige manchmal zum Melodramatischen)

Das ist es ja was ich oben erklärte. Klar kann es deprimierend sein Niederschläge hinzunehmen und damit umzugehen, doch die Musik ist unser Ventil. Wir können so in eine andere Welt abtauchen. Wir wünschen uns natürlich auch das die HörerInnen unserer Musik dieses auch gelingt und sie ihre Probleme, Sorgen für einige Momente vergessen können, ganz nach unserem Motto: Schliesst die Augen und laßt euch fallen.

10. Seid ihr manchmal melancholisch oder niedergeschlagen? Wie kommt ihr aus solchen Phasen wieder heraus?

JA klar. Ich selber hatte letztens noch eine Phase in der ich eine Woche lang in einem tiefen Loch hing. Ich lag nur auf dem Bett und hörte Musik. Sogar so laut das sich die Nachbarn beschwerten. Aber diese Zeit benötigte ich auch um wieder nach oben zu kommen. Ich habe viel nachgedacht, meine Gedanken kreisen gelassen. Nach dieser Phase, die mich immer noch nicht so ganz losgelassen hat, sind mir sehr viele neue Ideen zu Texten und neuen Songs eingefallen. Das ist auch das was mich dann wieder nach oben bringt und zumindest eine Zeit lang vergessen läßt.

11. Gab es für euch Vorbilder oder Platten, die euch zur Entscheidung im Musikerdasein angeregt haben?

Bands wie Joy Division, New Order, Echo and the Bunnymen haben großen Einfluß auf unser musikalisches Schaffen. Mit den neuen Elektrobands können wir eher weniger anfangen. Da gibt es nur wenige die uns begeistern, die vor allen Dingen ihren eigenen Stil haben. Es sind aber auch Bands wie U2 oder auch Garbage die auf uns Einfluß nehmen.

12. Habt ihr Angst alt zu werden? (sorry)

NEIN. Wir sind jetzt im 31. Lebensjahr und genießen es so gut wie es geht. Wir fühlen uns nicht dem Alter entsprechend und versuchen unsere Träume zu verwirklichen. Es ist natürlich manchmal erschreckend wenn wir die Straße entlang gehen und ältere Menschen sehen die nur noch ganz schlecht gehen können oder im Rollstuhl sitzen. Aber wir leben jetzt versuchen das zu genießen. Vielmehr ist die Angst da, Dinge nicht umsetzen zu können die wir uns vorgenommen haben. Wir möchten uns im Alter nicht selber vorwerfen müssen: „ach hätte ich doch damals das anders gemacht".

13. Hat man Angst vor Stagnation, das Gefühl, das gleiche zu machen und sich nicht weiterzuentwickeln?

Nein auch das nicht. Als wir nach unserer langen Trennung vor gut 2 Jahren wieder mit den INRIS begannen waren wir nicht sicher ob wir es schaffen werden neue gute Songs zu schreiben. Der erste Song den Holger und ich zusammen komponierten war „The Wind Stroke The Trees". Nachdem wir diesen Song im Studio aufgenommen hatten war uns klar, wir schaffen es. Und wenn wir unsere neuen Songs hören wissen wir, vor der Stagnation müssen wir uns nicht fürchten. Wir sind sehr selbstkritisch und arbeiten an uns. Wir geben uns auch nur sehr schwer mit Dingen die uns nicht ausgereift erscheinen zufrieden. Das hilft uns niemals stehen zu bleiben und uns weiterzuentwickeln.

14. Gibt es eine Band mit der ihr gerne einmal gemeinsam Touren würdet?

Eine Band mit denen wir gerne spielen würden??? Wir könnten uns z.B. vorstellen mit DIARY OF DREAMS zu spielen. Das wäre eine sehr interessante Variante. Absolut super wäre es natürlich mit NEW Order oder auch The Mission zu spielen......Aber das sind noch andere Ebenen.

15. Warum habt ihr diesem Minialbum keinen Namen gegeben?

Dieses Minialbum stellt für uns einen Neubeginn dar. Wir haben mit dem alten abgeschlossen und starten jetzt durch mit der neuen Mini Cd. Ein Longplayer soll dann im April, Mai nächsten Jahres erscheinen. Wir hatten lange überlegt ob wir diese MiniCD betiteln. Namen wie Chapter II, Now and Forever waren im Gespräch. Aber letztendlich sagten wir uns, die Min Cd ist der Neubeginn. Wir haben der Vergangenheit den Rücken gekehrt und möchten das durch die Cd belegen.

16. Wer schreibt bei euch die Texte und wer komponiert, stammt beides aus der gleichen Feder?

Die Texte kommen zu größten Teil von mir. Die Kompositionen werden in Zusammenarbeit umgesetzt. Hier beginnt dann auch der Prozeß wo Text und Musik in einander fließen. Es kann schon passieren das der Text leicht verändert wird um mit der Musik ein homogenes Bild zu erzielen. Holger setzt den Text gesanglich um, ich bin für die Gitarrenarbeit zuständig. Letztendlich ist es aber ein Produkt was Holger und ich als Band und Freunde geschaffen haben.

17. Aus welchen Inspirationsquellen stammen die Ideen?

Was die textliche Seite betrifft sind das in erster Linie Angelegenheiten die unser privates Umfeld betreffen. Das was und gerade bewegt oder auch belastet. Wir versuchen mit dem Text und der Musik eine Einheit zu schaffen. Ich finde das ist uns z.B. beim Song DREAMS sehr gut gelungen. Dieser Song hat WEITE und Raum, man kann sich fallen lassen und darin verlieren. WIND STROKE THE TREES haben wir nach dem Selbstmord eines Freundes geschrieben. Der Song transportiert und möchte deutlich machen, daß alles sehr schnell vorüber sein kann. Wie ein Windzug der die Bäume streichelt.

Musikalisch ist das schwerer zu sagen. Diese Dinge sind in uns. Wir versuchen diese dann in Musik umzusetzen. Wenn wir Grundideen zu einem Song haben, laufen in unseren Köpfen Filme ab und wir wissen eigentlich wie sich das Endergebnis anhören soll. Dahin zu kommen ist das problematische. Bis wir dann zufrieden sind ist es ein langer Weg. Aber das ist die Herausforderung daran. Das Schöne ist, wir können uns Songs wie z.B. Wind Stroke The Trees immer wieder anhören. Klar, würden wir jetzt einige Dinge wieder ändern. Aber wir wissen, daß wir zu diesem Zeitpunkt unser bestmögliches gegeben haben.

18. Wie geht ihr mit ´suicide´ um und was für eine Bedeutung hat dieses Wort? Manchmal hat es für mich den Anschein, dass dieses Wort oft als Klischee in der Musik verwand wird.

Im Zusammenhang mit dem Song „The Wind Stroke The Trees" ist dieses Wort völlig OK. Diesen Song haben wir nach dem Selbstmord eines guten Freundes geschrieben und da lag es auch nahe das wir ruhig, so klischeehaft es auch sein mag, das Wort „Suicide" verwenden. „Here comes the suicide". Um Zustände auf den Punkt zu bringen gibt es halt manchmal nur zwei, drei Worte. Dann scheuen wir uns nicht diese zu benutzen sind sie auch noch so klischeehaft.

19. Wann seid ihr demnächst wieder Live zu erleben?

Voraussichtlich werden wir am 03.11.01 in Hannover im Indiego spielen. Das wird für dieses Jahr auch das letzte Konzert sein. Aber nächstes Jahr möchten wir eine Tour spielen und bei möglichst vielen Festivals dabei sein.

Noch eine Anmerkung: unsere Cd ist leider noch über keine Vertrieb zu beziehen. ABer über die bakannten Mailorder wie Infrarot, Martz ist unsere neue Mini-Cd zu bestellen.

Kontakt: www.inmitramedusainri.com

 

 

 

Interview Amboss Magazin

Nach ihrem überzeugenden 96er Debüt "long forgotten world" ist es sehr ruhig um die Band geworden. Mittlerweile zum Duo geschrumpft, startet man nun einen Neuanfang. Die ersten Stücke, die ich gehört habe, sind auf jeden Fall sehr vielversprechend. Melancholische, feingewobene elektronische Soundstrukturen werden mit romantischen Gitarrenriffs verfeinert. Eine gefühlvoll warme Stimme umschmeichelt die Gehörgänge. Musik zum träumen und fallen lassen mit einer dunklen, aber keinesfalls hoffnungslosen Grundstimmung. Nachdem WGT und einem weiteren Auftritt in Leipzig wird man auch bei den Herbstnächten eine moderne Variante der 80er Wave Musik dem Publikum näher bringen. Bleibt nur zu hoffen, daß die Suche nach einem geeigneten Label bald von Erfolg gekrönt wird. Verdient haben es die Beiden allemal. Weitere Infos: www.inmitramedusainri.com (andreas)

Nach den beiden, bei Spirit veröffentlichten Alben, ist es sehr ruhig um euch geworden, was war der Grund?
Holger und ich sind ja bereits schon vor der Produktion des 2. Albums aus der Band ausgestiegen. Volker veröffentlichte dann noch mit einem Mittstreiter die zweite CD von IN MITRA MEDUSA INRI. Holger und ich gingen nach unserem Ausstieg einen anderen Weg und organisierten erst einmal Konzerte für einen Club bei uns in der Nähe. Unter anderem hatten wir DIVE und Monolith "an Land gezogen". Schnell merkten wir das uns etwas fehlt wenn wir selber nicht unseren kreativen Output nutzen können. So kam es das MY PERSONAL COUNTDOWN ins Leben gerufen wurde. Das war zu dem Zeitpunkt als Volker gerade das zweite Album als IN MITRA MEDUSA INRI veröffentlichte. Einige Zeit später war es so das Volker IN MITRA MEDUSA INRI sterben lies und aufgab. Für uns war also jetzt der Zeitpunkt gekommen wieder als IN MITRA MEDUSA INRI weiter unsere Songs zu komponieren. Schließlich war und ist IN MITRA MEDUSA INRI unser Lebenselexier bzw. unser Lebensinhalt. Wir wollten die INRIS nicht sterben sehen. Wir haben also eine ganze Menge anderer Dinge zwischendurch geschaffen bis wir wieder an den Punkt kamen und wußten ohne INRI geht es nicht.

Mittlerweile habt ihr neue Songs gemacht, werden diese als Eigenproduktion veröffentlicht?
Geplant ist es nicht, die Songs als Eigenproduktion zu veröffentlichen. Aber wir müssen erst einmal abwarten was sich in den nächsten Wochen ergibt.

Gibt es musikalische Unterschiede zu den ersten Veröffentlichungen?
Auf jeden Fall. Die Musik ist wesentlich ausgefeilter und reifer geworden. Waren die Songs auf der ersten CD " LONG FORGOTTEN WOLRD " noch sehr simpel arrangiert sind die neuen Stücke aufwendiger. Wir versuchen in den neuen Stücken das Elektronische mit dem Akustischem ( Gitarren ) zu kombinieren und in Einklang zu bringen. Das ist oft nicht einfach. Aber wir denken es gelingt uns zunehmend besser.

Die neuen Songs sind durchzogen von düsterer Melancholie, wollt ihr bestimmte Stimmungen im Hörer erzeugen?
Das auf jeden Fall, getreu unserem Motto "Schließt die Augen und laßt Euch fallen". Wenn unsere Musik in diesem Sinne auf die Hörer wirkt dann sind wir unserem Ziel ein Stück näher gerückt.

Könnt ihr ein bißchen zu euren Texten der neuen Songs erzählen?
Die Texte der einzelnen Songs behandeln sehr verschiedene Dinge. In erster Linie sind das Angelegenheiten die unser privates Umfeld betreffen, das was und gerade bewegt oder auch belastet. Oft ist es so das wir versuchen mit dem Text und der Musik eine Einheit zu schaffen. Ich finde das ist uns z.B. beim Song DREAMS sehr gut gelungen. Dieser Song hat WEITE und Raum, man kann sich fallen lassen und darin verlieren. WIND STROKE THE TREES haben wir nach dem Selbstmord eines Freundes geschrieben. Der Song transportiert und möchte deutlich machen, daß alles sehr schnell vorüber sein kann. Wie ein Windzug der die Bäume streichelt. Jedem Hörer der sich mit den Lyrics auseinander setzt ist es aber selbst überlassen die eigene Interpretation der Texte für sich zu finden.


Ihr seit zu einem Duo geschrumpft, was ist aus Volker geworden?
Zu Volker haben wir keinen Kontakt mehr. Wir wissen es nicht womit er seine Zeit verbringt.

Gibt es Einflüsse aus Literatur, Film oder Musik, auf die ihr zurück greift?
Was Literatur oder Film betrifft gibt es keine Einflüsse die sich in unserer Musik widerspiegeln. Musikalische Einflüsse gibt es auf jeden Fall. Sei es Bands wie JOY DIVISION, NEW ORDER, Echo and the Bunnymen, also eher die guten alten WAVE Klassiker. Das sind Bands die uns schon sehr lange begleiten und einen Einfluß, sei es nun bewußt oder unbewußt, beim schreiben der Songs ausüben.

Auf der ersten CD "Long forgotten world" ist als einziges der Text von "Why" im Booklet abgedruckt, gibt es dafür einen Grund?
Es war bei der Produktion der CD so, daß uns aus kostentechnischen Gründen nur ein vierseitiges Booklet gewährt wurde. Ursprünglich wollten wir keinen Text abdrucken. Wir dachten entweder keinen oder alle Texte. Doch dann einigten wir uns mit dem Label darauf die Innenseiten doch mit Leben zu füllen. WHY ist ein Text, obwohl sehr kurz, der beim Lesen zum nachdenken anregen sollte. Wir hoffen das haben wir erreicht.

Nach dem WGT spielt ihr auch bei den Herbstnächten. Wie wird euer Programm aussehen?
Wir wissen noch nicht wie lange wir spielen werden, aber ein oder zwei neue Songs werden wir wahrscheinlich präsentieren. Wir haben einen schönen neuen Song der sehr minimal arrangiert ist, nämlich nur Gitarre und Gesang. Ich denke diesen werden wir bei den Herbstnächten auf jeden Fall spielen. Premiere hat der Song am 21.07.01 bei einer Veranstaltung im WERK II in Leipzig. Wir sind sehr gespannt wie er vom Publikum aufgenommen wird.

Wird es auch eine Tour geben? Gibt es eine Band bei der ihr gerne als Vorband auftreten würdet?
Ob wir in Kürze eine Tour spielen werden ist noch nicht 100%ig klar. Verschiedene Faktoren spielen eine Rolle. Wir werden aber versuchen nächstes Jahr wesentlich mehr Festivals zu spielen. Wir sind wieder auf den Geschmack gekommen und möchten nächstes Jahr richtig durchstarten. Eine Band mit denen wir gerne spielen würden??? Wir könnten uns z.B. vorstellen mit DIARY OF DREAMS zu spielen. Das wäre eine sehr interessante Variante. Aber mal sehen was die Zeit so bringt und wie sich das ganze entwickelt.

Wie seit ihr mit dem Auftritt beim WGT zufrieden? Was habt ihr ansonsten beim WGT erlebt?
Unser Gig beim WGT war sehr gut. Wir waren schon ein wenig nervös, da es unser erster Auftritt nach einiger Zeit (ich glaube drei Jahre ) der Live-Abstinenz war. Wir waren wirklich positiv überrascht das wir so gut vom Publikum angenommen wurden.

Durch neuste Vorkommnisse wird die schwarze Szene wieder mal durch die Yellow Press in Verruf gebracht. Wie seht ihr diese "Berichterstattung" ?
Es ist natürlich sehr schade das durch diese Menschen die schwarze Szene in ein schlechtes Licht gestellt wird. Aber glücklicherweise sind das die Ausnahmen und Einzelfälle die sich nicht wiederholen sollten. Andererseits hatte es mich gewundert als ich im Fernsehen Berichte über das WGT 2001 sah. Die Storys waren durchweg positiv und es wurde versucht sich mit den Menschen auseinander zu setzen die dieser Szene angehören. Meiner Meinung nach sollte jeder Mensch das tun und lassen was ihm Spaß macht, aber wenn es in Extremismus ausartet wie im aktuellen Fall kann ich das nicht als positiv empfinden. Das ist ja nicht nur in der schwarzen Szene zu sehen, sondern in anderen Lebensbereichen ebenfalls. Es ist sehr häufig kleine Grüppchen, die durch Randale oder kriminelle Handlungen von sich reden machen. Ich verstehe das nicht. Das Leben könnte so angenehm sein wenn die Menschen mehr auf einander Rücksicht nehmen würden. Mich regt es auf, wenn ich Mr. Bush reden höre und er der Meinung ist das unbedingt mehr Atomkraftwerke gebaut werden sollten. Ich weiß nicht, ob er dabei an die Umweltschäden denkt wie z.B. den Treibhauseffekt. Aber wahrscheinlich gilt für ihn nur das wirtschaftlich Wachstum....so etwas kann ich nicht verstehen und nachvollziehen.

Seit ihr im Moment auf der Suche nach einem passenden Label? Gibt es schon Erfolge zu vermelden?
Nein, leider noch nicht. Wir stehen wieder mit einigen Labels in Verbindung. Aber zu einem Abschluß ist es leider bisher noch nicht gekommen. Wir hoffen das sich das dieses Jahr noch ändert. Drückt uns da mal die Daumen.

Zum Schluß kommt sie, die obligatorische Frage zum Namen. Was bedeutet "In mitra medusa Inri" und wie seid ihr auf den Namen gekommen?
IN MITRA MEDUSA INRI - wenn man so will ein Phantasiename, eine Aneinanderreihung von Begriffen. Dahinter verbirgt sich durchaus ein tieferer Sinn, obwohl - oder gerade weil - wir Bandmitglieder auf eigene Weise die Bedeutung unserer Musik wahrnehmen und ausdrücken. Die MEDUSA wird in griechischen Sagen als weibliches Ungeheuer bzw. Göttin dargestellt, deren Blick alles zu Stein werden ließ. Mit unserer Musik hoffen wir, einen ähnlich durchdringenden Effekt bei unseren Hörern auszulösen... Den Kopf eines Fisches symbolisierend, stellt die MITRA ursprünglich den Hut des Gottes Dagon dar. Sie gilt als Zeichen der Freundschaft. Wir als IN MITRA MEDUSA INRI sind Freunde, nicht bloß ein paar Leute, die sich zusammenschlossen, um Musik zu machen. Uns verbinden gemeinsame Wege durch Höhen und Tiefen, so dass die ursprüngliche Bedeutung von "Mitra" für uns einen bezeichnenden Charakter hat. INRI lautet die Abkürzung für christlichen Religion (dto Kreuzinschrift: Jesus Nazarenus Rex Iudaeorum, zu deutsch Jesus von Nazareth, König der Juden) - Religion, das muss kein vorgegebenes Schema, sondern kann alles sein - ein Lied, ein Gedicht, ein Gefühl. Jeder soll glauben, woran er will - aber bitte unbedingt auch an sich selbst!

Wie würdet ihr euren Eltern, eure Musik beschreiben?
Gute Frage; mmmhhhh. Das ist eine Mischung aus elektronischer Musik, gepaart mit melodiösen Gitarren und tanzbaren Rhythmen. Angefangen von ruhigen Stücken die zum Träumen animieren bis hin zu Uptempo Nummern die zum tanzen auffordern. Würden unsere Eltern das verstehen???? Wir denken schon...

Wir wünschen allen Fans, Hörern eine schöne Zeit mit unserer Musik und bedanken uns für die vielen Zuschriften.....
Schließt die Augen und laßt Euch fallen...

 

 

 

Interview Refraktor

1. Fangen wir ganz am Anfang von In Mitra Medusa Inri an. Wie kam es 1992 zur Gründung von In Mitra Medusa Inri? Was wolltet ihr mit In Mitra Medusa Inri erreichen?

IN MITRA MEDUSA INRI entstand aus einer Freundschaft zwischen Schulfreunden. Wir kannten uns alle, da wir im selben Ort wohnten und uns auch ständig über den Weg liefen. Wir haben im selbem Fußballverein trainiert usw. Da wir immer schon sehr musikbegeistert waren lag es nahe auch selber Songs zu schreiben und irgendwann mal einem Publikum vorzustellen. Wir hatten uns als Ziel gesetzt einmal in unserem Leben eine CD zu produzieren, unsere eigene CD mit unserer Musik. Diese hielten wir ja dann 1996 in den Händen. Ein Traum war in Erfüllung gegangen. Aber wie das so ist, man steckt sich neue Ziele und es gab neue Träume die wir gerne ausleben wollten. Zusätzlich zu dieser CD kamen noch diverse Samplerbeiträge. Außerdem war es auch eines unserer Ziele einmal einen Bericht in der Zillo zu bekommen. Auch dieses gelang uns. Zillo das war für uns immer so weit weg und erschien als unerreichbar. Außerdem wollten wir raus und weg von diesem LOKAL-ACT Status. Es gibt sehr viele Bands bei uns in der Umgebung ( Mönchengladbach / NRW ) die immer wieder in den selben Clubs spielen. Das war für uns nie das Ding. Ich denke dafür war unsere Musik auch zu ausgefallen. Wir wollten immer höher und weiter. Das ist auch das was uns heute noch antreibt, uns kreativ sein läßt.

2. Wie seid ihr auf euren Bandnamen In Mitra Medusa Inri gekommen?

Wir haben lange überlegt und wollten im Endeffekt einen Namen für unsere Band haben der außergewöhnlich ist und doch einprägsam. Im ersten Moment sind die Menschen zwar „geschockt" wenn sie den Namen hören aber wenn sie ihn einmal gehört haben sitzt er und fällt immer wieder auf. Außerdem sollte der Bandname das widerspiegeln was wir mit der Musik ausdrücken möchten.

Die MEDUSA wird in griechischen Sagen als weibliches Ungeheuer bzw. Göttin dargestellt, deren Blick alles zu Stein werden ließ. Mit unserer Musik hoffen wir, einen ähnlich durchdringenden Effekt bei unseren Hörern auszulösen...

Den Kopf eines Fisches symbolisierend, stellt die MITRA ursprünglich den Hut des Gottes Dagon dar. Sie gilt als Zeichen der Freundschaft. Wir als IN MITRA MEDUSA INRI sind Freunde, nicht bloß ein paar Leute, die sich zusammenschlossen, um Musik zu machen. Uns verbinden gemeinsame Wege durch Höhen und Tiefen, so daß die ursprüngliche Bedeutung von "Mitra" für uns einen bezeichnenden Charakter hat.

INRI lautet die Abkürzung für christlichen Religion (dto Kreuzinschrift: Jesus Nazarenus Rex Iudaeorum, zu deutsch Jesus von Nazareth, König der Juden) - Religion, das muß kein vorgegebenes Schema, sondern kann alles sein - ein Lied, ein Gedicht, ein Gefühl. Jeder soll glauben, woran er will - aber bitte unbedingt auch an sich selbst!

3. Habt ihr vor In Mitra Medusa Inri schon in anderen Bands mitgewirkt und dort musikalische Erfahrungen sammeln können?

Ja, Holger und ich haben vorher in div. Bands gespielt. Aber als wir mit den INRIS begannen wußten wir: „Das ist es". Die vorherigen Bands waren mehr die typischen „Schülerbandgeschichten". Nichts halbes und nicht ganzes und deshalb auch nicht besonders zu erwähnen.

4. 1995 war ja dann Schluß mit In Mitra Medusa Inri, aber ein Jahr später (1996) habt ihr euch wieder zusammengetan um den ersten Longplayer „Long forgotten world" aufzunehmen. Wie kam es, daß ihr euch wieder zusammen getan hattet? Waren alle Unstimmigkeiten unter euch aus der Welt geschafft, oder wie kam es zu dem Neuanfang?

Das war eine witzige Geschichte. Holger bekam 1996 einen Anruf von Mozart ( Umbra et IMAGO ). Wir waren ja auf seinem Label vertreten. Er sagte uns, daß unheimlich viele Nachfragen von Fans hatte die wissen wollten was nun mit uns sei. Mozi bot uns in diesem Zusammenhang an einen Long Player zu produzieren. Wir setzten uns zusammen. VOLKER, HOLGE R und meine Wenigkeit. Wir sprachen über die Dinge die damals vorgefallen waren und zu unserem CUT geführt hatten. Wir rollten das Ganze von hinten auf und analysierten es, das Warum und Weshalb!!! Nach einigen Stunden Gespräch waren wir soweit, daß wir sagten: Wir versuchen es und lassen die alten Dinge hinter uns. Auch Mozart war sehr froh über diese Entscheidung und so produzierten wir dann unsere erste CD LONG FORGOTTEN WORLD.

5. Ihr seid dann nach einer Weile wieder aus der Band ausgetreten und habt das Projekt My Personal Countdown gegründet. Habt ihr mit My Personal Countdown auch einen Tonträger veröffentlicht?

Nein haben wir nicht. Mit MY PERSONAL COUNTDOWN haben wir diverse Songs geschrieben die aber nicht veröffentlicht wurden.

6. Da ich leider keine Musik von My Personal Countdown kenne würde es mich schon interessieren, wie sich den eure Musik zu diesem Zeitpunkt angehört hat?

Die Songs waren unseren aktuellen Stücken sehr ähnlich. Wir verstanden ja auch MY PERSONAL COUNTDOWN als eine Weiterführung dessen wo wir mit IN MITRA MEDUSA INRI nach der ersten CD aufgehört hatten.

7. Hattet ihr zu diesem Zeitpunkt In Mitra Medusa Inri für euch aufgegeben?

JA, eigentlich schon. Aber glücklicherweise ist ja alles anders gekommen und wir sind bei dem angekommen was uns sehr viel bedeutet.

8. Volker R. veröffentlichte ja dann 1998 mit einem neuen Mitstreiter das zweite In Mitra Medusa Inri Album „Commedia del arte". Wie habt ihr die Nachricht eines neuen In Mitra Medusa Inri Albums aufgenommen und wie hat euch das Album gefallen?

Wir haben natürlich mitbekommen das eine neue CD erscheinen wird und waren sehr gespannt auf das Ergebnis. Als wir uns das erste Mal die neue Commedia del arte anhörten waren wir nicht sehr begeistert. Für Holger und mich war dies definitiv keine Weiterentwicklung zum Vorgänger „ Long Forgotten World „. Sehr viele Songs ohne Texte, unausgereifte Arrangements usw. Und letztendlich hat man ja gesehen das die beiden auch nicht das Durchhaltevermögen hatten um an sich und der Musik zu arbeiten. Für uns natürlich ein positiver Effekt.

9. Einige Wochen vor dem 10. Wave Gotik Treffen habe ich erfahren, das ihr Beide nun wieder unter den Namen In Mitra Medusa Inri musizieren wollt und sogar einen Auftritt zum WGT absolvieren wollt. Wie kam es nun wieder zu dieser Entwicklung?

Das Holger und ich wieder als IN MITRA MEDUSA INRI tätig sind ist nicht erst kurz vor dem WGT entstanden. Nach unserm Ausstieg bei den INRIS im Jahre 1998 und einiger Zeit der Orientierung riefen wir MY PERSONAL COUNTDOWN in Leben. Wir stellten fest das wir unseren kreativen Output nutzen müssen. Zu diesem Zeitpunkt war Volker noch als IN MITRA MEDSUA INRI unterwegs. Wie ich bereits in einer anderen Antwort erwähnte war das zweite INRI Album nicht mehr das wie wir IN MITRA MEDUSA INRI in Erinnerung hatten. Wir begannen also erste Songs zu schreiben und verstanden diese als Weiterentwicklung der Musik die wir auf unserem ersten Longplayer LONG FORGOTTEN WORLD veröffentlichten. Als wir erfuhren das Volker und sein Mitstreiter nicht mehr als IN MITRA MEDUSA INRI aktiv sind lag es für uns nahe, die wir ja auch ehemalige Gründungsmitglieder der INRIs waren, wieder unter IN MITRTA MEDUSA INRI musikalisch tätig zu werden. Wir hatten endlich wieder das zurück was unser Lebensinhalt ist und uns die Kraft gibt weitere neue Ideen umzusetzen, kreativ zu sein.

Nach viel Arbeit sind wir jetzt endlich wieder soweit unsere neuen Songs dem Publikum vorzustellen.

10. Euer Auftritt in der Moritzbastei liegt nun auch schon wieder einige Wochen hinter euch. Was für ein Gefühl war es für euch wieder unter den Namen In Mitra Medusa Inri auf der Bühne zu stehen?

Es war super schön. Natürlich waren wir nervös, denn das war nach drei Jahren Pause wieder der erste LIVE GIG. Das wir beim Publikum so gut ankommen, war für uns eine sehr große Überraschung. Zumal die Band die vor uns spielte ( ERBEN DER SCHÖPFUNG ) doch einen ganz anderen Sound spielte. Wir waren zuerst ein wenig skeptisch und hatten gemischte Gefühle. Aber wie man sieht ist alles bestens verlaufen.

11. Wie hat euch ansonsten das 10. WGT gefallen? Habt ihr euch auch ein paar Bands angeschaut? Welche Eindrücke habt ihr von Leipzig und dem Treffen mit nach Hause genommen?

Leider blieb uns gar keine Zeit andere Bands anzusehen. Ansonsten war der Abend nach unserem Konzert super. Wir haben in der Moritzbastei noch gefeiert, uns mit netten Menschen unterhalten und auch nette Menschen kennen lernen dürfen. Leider hatten wir auch nicht die Möglichkeit uns Leipzig anzusehen, was ich persönlich sehr schade fand, denn ich denke das Leipzig eine sehr schöne Stadt ist; so wie wir das bei der Suche nach unserem Hotel beurteilen können. Insgesamt können wir aber sagen das die Organisation und auch das Geschehen um das Festival sehr positiv von uns empfunden wurde.

12. Natürlich werden eure Fans nun ungeduldig auf das dritte In Mitra Medusa Inri Album warten. Wann kann man mit der Veröffentlichung des neuen Albums rechen?

JA, das können wir selber noch nicht so genau sagen. Wir sind zur Zeit noch auf der Suche nach einem Label. Wir hoffen das wir spätestens zu Beginn des nächsten Jahres einen neuen Longplayer veröffentlichen können. Neue Songs haben wir bereits genügend komponiert. Vielleicht gibt es aber vorab eine Mini CD die wir in Eigenregie veröffentlichen werden. Das wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. Aber wir lassen es euch auf jeden Fall wissen. In Kürze wird es einen Orkus „ CURE TRIBUTE SAMPLER „ geben auf dem wir ebenfalls vertreten sind. Wir haben unseren Lieblings CURE SONG „ JUST LIKE HEAVEN „ gecovert. Wir sind sehr gespannt wie dieser bei den Hörern ankommt. Außerdem wird in Kürze noch ein anderer Sampler des LABELS KM MUSIC erscheinen. Dieser wir heißen „ TAKE OFF VOL.2. Der Erscheinungstermin ist uns leider noch nicht bekannt. Für diesen Sampler haben wir einen sehr schönen Song von uns zur Verfügung gestellt. „ HEAVEN UNDER SEA.

13. Ich habe das große Glück mir schon einmal ein paar neue Songs von euch auf einer Demo CD anzuhören. Werden sich diese 6 Stücke auch auf der dritten CD befinden?

Wahrscheinlich wird es so sein, daß wir vier dieser sechs Songs plus einem Überraschungsstück als MINI CD veröffentlichen werden. Ich hoffe wir werden dies die MINI CD bis September produzieren und vielleicht schon auf den Herbstnächten zum Verkauf anbieten können. Kommt es zu der Produktion einer dritten CD werden voraussichtlich nur HEAVEN UND SEA, WIND STROKE THE TREES und DREAMS sich mit anderem neuen Material auf dieser befinden.

14. Bei den 6 neuen Songs ist mir vor allem ihre Eingängigkeit sehr positiv aufgefallen. Auch fand ich eure Musik elektronischer als ich sie von früher her kenne. Wie kam es zu dieser musikalischen Weiterentwicklung?

Wir haben uns weiterentwickelt und sind anspruchsvoller geworden. Wir sind nur sehr schwer zufrieden zu stellen, was sich unserer Meinung nach auch in den Songs bemerkbar macht. Früher war es oft so das wir viele Lieder geschrieben haben, diese aber eigentlich nur zu 60% oder 70% fertig waren. Die Übereinstimmung zwischen den drei Personen wurde immer problematischer. Deshalb auch dann der Ausstieg von Holger und mir im Jahre 1998. Das die Songs als eingängig empfunden werden freut uns sehr. Damit haben wir eines unserer sehr hoch gesteckten Ziele erreicht.

15. Die Veröffentlichung des dritten Albums steht also bevor. Seid ihr aufgeregt wie die Hörer wohl auf euer Werk reagieren werden?

JA sehr, denn wie Du schon schreibst, die Songs sind eingängiger und vielleicht sogar auch tanzbarer. Wir hoffen sehr das wir uns in dieser Flut der Elektrobands durchsetzen können und die Hörer von melodiöser Gitarrenmusik mit starkem Elektroeinfluss überzeugen können. Aber wir haben ein sehr gutes Gefühl.

16. Wißt ihr schon auf welchem Label eure neue CD erscheinen wird?

Nein leider noch nicht. Es gibt drei Labels mit denen wir jetzt noch in engerem Kontakt stehen und zumindest von einem hoffentlich positive Antwort erhalten werden. Aber wie bereits erwähnt. Vorab planen wir eine Mini CD zu veröffentlichen.

17. Was wollt und könnt ihr uns sonst noch über das neue Album verraten?

Zuviel möchten wir noch gar nicht darüber sprechen. Was wir sagen können ist, daß es ein sehr abwechslungsreiches Werk werden wird. Einige Songs haben einen poppigen Touch, andere sind eher dem Gothic angelehnt. Und viele sehr tanzbare Rhythmen.

Surprise, Surprise-......

18. Um welche Themen werden sich eure neuen Texte drehen? Was könnt ihr uns bereits jetzt darüber erzählen?

Unsere Texte sind sehr persönlicher Natur. Oft sind es ganz banale Dinge die im Alltag passieren, die aber für Holger und mich eine große Bedeutung haben. Die Lyrics werden Themen wie Verlust, Enttäuschung, Trauer behandeln. Aber jedem Hörer sollte es selbst überlassen sein sich die eigenen Gedanken zu den Texten zu machen.

19. Auf welche Dinge legt ihr besonderen Wert, wenn ihr eine Platte produziert?

Ganz großen Wert legen wir auf die Qualität der Produktion und der Songs. Wir denken wenn die Qualität des Songs schon unserem Anspruch genügt ist schon ein großer Teil geschaffen. Bei der Produktion ist es uns wichtig das die Elemente die uns wichtig erscheinen entsprechend in den Vordergrund gestellt werden. Der Gesang muß warm und klar zu hören sein. Ich kenne einige Produktionen bei denen verschiedene Elemente oft unterbewertet sind. Der Gesang bleibt auf der Strecke und ist nicht klar zu verstehen. Wir denken die ersten guten Tendenzen sind schon auf der DemoCd zu hören. Oftmals spielt der finanzielle Rahmen bei einer Produktion eine große Rolle. Gerne würden wir bzgl. der Produktion von neuen Songs wesentlich mehr an Ideen umsetzten. Aber das ist halt einfach für uns zur Zeit aus kosten bzw. produtkionstechnischen Gründen noch nicht machbar.

20. Welche Bedeutung hat für euch überhaupt euer künstlerisches Wirken, was gibt es euch?

Das ist das Ventil mit dem wir die Probleme des Alltags verarbeiten können. Es immer wieder absolut aufbauend wenn du Text und Musik zusammenbringst und beides zu einem Ganzen verschmelzt. Besonders schön ist es natürlich wenn die Ideen vom Publikum gut aufgenommen werden. Oft ist es so, wenn wir im Proberaum einen Song geschrieben haben und dieser auch richtig gut grooved, dann können wir garnicht an uns halten und sind total aufgedreht und freuen uns wie zwei kleine Jungs. Dann kommt das Kind in uns durch.....

21. Ihr bewegt euch ja nun auch schon eine recht lange Zeit in der „schwarzen" Szene. Was haltet ihr von der heutigen „schwarzen" Szene? Man hört ja immer wieder Leute sagen, daß früher die Szene einen festeren Zusammenhalt hatte.

Die Zeiten ändern sich, die Menschen ändern sich. Wir denken das auch heute die verschiedenen Gruppen innerhalb der Szene wissen wo ihr Ursprung ist. Wir haben das Gefühl das nicht nur in der Szene sondern auch in anderen Gruppen bzw. Lebensbereichen die Menschen egoistischer geworden sind. Es gibt viele Menschen die nur an sich denken und wenig auf andere Rücksicht nehmen. Das ist zwar sehr schade, aber das wird man wohl nicht mehr ändern können. Wir versuchen uns dieser Tendenz zu widersetzen und offen auf Menschen zu wirken. In letzter Zeit wieder hört man ja vermehrt, das die „schwarze" Szene (vor allem die Gotik Rock und Neo Folk Szene) einen braunen Rand bekommen hat. Wie seht ihr dies? Bemerkt ihr als Band diese Entwicklung innerhalb der Szene?

Nein, diese Entwicklung können wir nicht feststellen. Obwohl in der NEO FOLK Szene gab es ja schon immer das Gerücht das diese einen rechten Touch hat. Ich vor einiger Zeit auf einem GIG eines ehemaligen Mitgliedes von Death in JUNE. Vor dem Konzert war eine DEMO von PUNKS die jeden angemacht haben, sogar den Kassierer weil der kurze Haare hatte. Wir finden es ist definitiv wichtig aufzupassen das in der schwarzen Szene die Braunen keinen Einzug halten. Aber wie gesagt, wir persönlich haben so noch nichts festgestellt.

23. Ihr werdet auch zu den Herbstnächten auf Burg Rabenstein in Raben spielen. Was wird uns Zuschauer dort erwarten? Werdet ihr euer neues Album dort komplett vorstellen? Und werdet ihr auch alte Songs spielen?

Wir werden dem Publikum eine Kombination von älteren und neuen Stücken präsentieren. Wenn wir es zeitlich einrichten können möchten wir dem Publikum gerne noch ein oder auch zwei Songs mehr von unserem Album LONG FORGOTTEN WORLD präsentieren. Aber ihr dürft sehr gespannt sein....wir freuen uns auf jeden Fall.

24. Ich kann es mir nicht nehmen lassen und möchte euch zum Schluß noch meine Standardfrage zu stellen. Was eßt ihr am liebsten?

Wir sind das nicht besonders wählerisch. DA ich Vegetarier bin liebe ich gute Gemüsepfannen und außerdem esse ich für mein Leben gern Tirami Su. Wir leben ja in Grenznähe zu Holland und da schmeckten die Fritjes mit MAJO besonders gut.

25. Ich bedanke mich für das Interview, wünsche euch weiterhin viel Spaß und Erfolg und möchte euch die letzten Worte in diesem Interview überlassen.

Wir möchten uns bei allen bedanken die uns bisher unterstützt haben und die uns die ganzen Jahre über treu geblieben sind. Wir wüschen eine schöne Zeit mit unserer Musik: „Schliesst die Augen und laßt euch fallen".